
Tour Title:
Tour Subtitle:
Tour Date:
Auf dieser Reise widmen wir uns der Geschichte der Kolonialisierung des indischen Subkontinents und den Kämpfen, sich kolonialer und postkolonialer Strukturen zu entledigen. Dabei konzentrieren wir uns auf den Bundesstaat Westbengalen, der aufgrund der herausragenden kulturellen und politischen Rolle, die seine Hauptstadt Kolkata und andere Städte in der Region einnehmen, vertretend für viele Entwicklungen in ganz Indien steht. Auf Stadtspaziergängen und in Gesprächen, auf Zugfahrten und bei der Besichtigung wichtiger Wahrzeichen, in Megastädten und in der Natur beschäftigen wir uns intensiv mit verschiedenen Narrativen von Kolonialismus und Befreiung und gehen deren Nutzung in aktuellen politischen und kulturellen Kontexten nach.
Normalpreis
Ermäßigt
Content Left Column:
Kolkata und Calcutta
Die Reise beginnt in Kolkata, das für viele als die kulturelle Hauptstadt Indiens gilt und häufig weiterhin bei seinem alten Namen Calcutta genannt wird. Auf Stadtspaziergängen und Bootsfahrten sowie auf einem Ausflug entlang des Hooghly-Flusses Richtung Norden setzen wir uns hier zunächst intensiv mit der Geschichte der Kolonialisierung des indischen Subkontinents durch westliche Mächte und deren Auswirkungen auseinander. Dabei betrachten wir sowohl die Rolle der britischen East India Company, besuchen aber auch verschiedene ehemalige nicht-britische Handelskolonien anderer europäischer Kolonialmächte. Zudem erfahren wir mehr über die Rolle Kolkatas in der Unabhängigkeitsbewegung, die 1947 schließlich zur Teilung Britisch-Indiens führte.
Darüber hinaus tauchen wir in Gesprächen und Treffen mit Individuen und Organisationen tief in aktuelle Themen und postkoloniale Diskurse der Gegenwart ein und lernen dabei eine diverse Stadt mit vielen Gesichtern kennen.
Kulturelle und religiöse vielfalt westbengalens
Von Kolkata aus machen wir mit dem Zug einen zweitägigen Abstecher nach Bishnupur, das zwischen dem 16.-18.Jhd. seine Blüte unter der hinduistischen Malla-Dynastie hatte. Hier bewundern wir hinduistische Terrakotta-Tempel und lernen mehr über den Hinduismus und wie dieser in kolonialen und orientalistischen Diskursen als eine einheitliche Religion konstruiert wurde. Außerdem treffen wir Kartenmaler*innen und Weber*innen, die uns mit in die Welt ihrer Handwerkstraditionen und in die aktuelle wirtschaftliche Situation der Region nehmen.
Nach einer kurzen Rückkehr nach Kolkata geht es dann weiter nach Murshidabad, die Hauptstadt Bengalens vor der britischen Kolonialisierung. Sie war und ist auch die Heimat der Nawabs, einer überwiegend muslimischen Herrscher-Dynastie und einer sehr reichen Handelsklasse. Hier widmen wir uns der Geschichte Bengals des 17. und 18. Jahrhunderts. Dabei besonders interessant ist die Geschichte der Ankunft der muslimischen Sultane aus Nordindien, ihrer Niederlassung und Herrschaft, sowie dann Niederlage und Unterordnung gegenüber den Briten.
Content Right Column:
Darjeeling
Den letzten Teil der Reise verbringen wir in Darjeeling, im östlichen Himalaya-Gebirge. Die Region liegt auf über 2000m Höhe und ist heute weltberühmt für ihren Tee. Für britische Kolonialbeamte war Darjeeling ebenso ein Erholungsort, um im Sommer der drückenden Hitze Calcuttas zu entkommen. Heute ist Darjeeling durch seine zentrale Lage an der Handelsroute zwischen Tibet und Indien und der freiwillig (oder erzwungen) migrierten Teeplantagenarbeiter*innen sehr divers.
Bei unserem Aufenthalt in der Bergregion werden wir uns dem kolonialen Erbe des Teeanbaus widmen, den Buddhismus und die Diversität der Stadt thematisieren, die Natur genießen – und auf einen klaren Blick auf den drittgrößten Berg der Welt, den Kangchenjunga, hoffen!
Narrative von Kolonialisierung und Unabhängigkeit
Währen der ganzen Reise werden wir gemeinsam immer wieder die verschiedenen Narrative von kolonialer Unterdrückung und Unabhängigkeit reflektieren, die uns begegnen. Wir werden beobachten, wie diese heute von verschiedenen Gruppierungen und Parteien in Anspruch genommen oder politisch instrumentalisiert werden. Zudem bleibt auch Raum, immer wieder zu hinterfragen - Was haben (neo)koloniale und anti-koloniale Prozesse und Diskurse mit uns zu tun?
Kulinarik
Auch nicht zu vergessen ist die köstliche bengalische Küche und andere Kulinarik, die auf der Reise immer wieder eine Rolle spielen werden. Von indigenen Getreiden und traditionellen bengalischen Rezepten, über Meeresfrüchte und lokales Streetfood sowie indo-chinesische und nepalische Gerichte, bis zu Mahlzeiten aus dem ältesten Sanskrit-Kochbuch der Welt werden wir die Vielfalt der Region nicht nur kognitiv kennen lernen, sondern auch erschmecken.

Info Box:
Die Reise wird innerhalb der nächsten Tage zur Buchung freigeschaltet!
Antrag auf Anerkennung als Bildungsurlaub möglich in: Berlin, Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen.
Anmeldeschluss 03.10.2026
Im reisepreis inbegriffen:
- 13 Übernachtungen in (gehobenen) Mittelklassehotels
- Halbpension
- Sämtliche Eintritte zu Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, die Teil des Programms sind
- Transport in Zug und Bus
- Begleitung durch eine lokale englischsprachige Reiseleitung, sowie eine deutschsprachige Reiseleitung, die bei Verständnisschwierigkeiten vom Deutschen ins Englische und umgekehrt behilflich sein kann
Zusätzliche leistungen:
- An- und Abreise mit dem Flugzeug bis / vom Hotel (kann über die Alsharq Reise GmbH gebucht werden)
- Reiseversicherungen (können über die Alsharq Reise GmbH gebucht werden)
- ggf. Einzelzimmer-Zuschlag
- Persönliche Ausgaben für Souvenirs, Mittagessen, alkoholische Getränke, etc.
- Trinkgelder für lokale Guides, Hotels etc. (Empfehlung ca. 50 € pro Person, bzw. 30 € für ermäßigt Reisende)
- Trinkgelder für Reiseleiter*innen
Der Reiseverlauf:
- Individuelle Ankunft
- 14.00 Uhr - Beginn der Reise im Hotel
- Kennenlernen und Programmvorstellung
- Allgemeine Einführung zur Geschichte, Wirtschaft und Gesellschaft Indiens, mit Fokus auf die Provinz Westbengal
- Fahrt an den Hooghly-Fluss, einem Seitenarm des Ganges - Input zur Bedeutung des Flusses für die Stadt und die Kolonialgeschichte Kolkatas
- Sonnenuntergang über dem Fluss
- Wilkommensessen: Traditionelles bengalisches Menü mit indigenen Getreiden
Übernachtung: Kolkata
- Ausführliche Einführung in die Geschichte der Stadt
- Sozio-politischer Stadtspaziergang durch White Town Calcutta: Hier entstand die erste Niederlassung der East India Company und viktorianische Bauten prägen bis heute das Stadtbild. Anhand der Stadtgeschichte beschäftigen wir uns mit den Anfängen des britisch-geprägten, kolonialen Calcuttas zurück.
- Führung durch Pathuriaghata, das älteste bengalische Viertel der Stadt - hier bauten sich im 19.Jhd. die bengalische Elite, die vom Handel mit der East Indian Company profitierte, prächtige Villen
- Thematisierung der Gründung der kolonialen Hauptstadt, bis heute fortbestehender Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Stadtvierteln und bengalischer Kultur im Allgemeinen
Übernachtung: Kolkata
- Wir nehmen den Faden vom Vortag wieder auf und betrachten beim Besuch der ältesten armenischen Kirche der Stadt, einer portugisischen Kathedrale und jüdischer Synagogen wie die koloniale Handelsstadt Calcutta eine Vielfalt an Menschen anzog
- Besuch des chinesischen Viertels und Gespräch mit Vertreter*innen der indo-chinesischen Gemeinde
- Thematisierung der Situation Calcuttas im Zweiten Weltkrieg, der Streiks, Hungersnot, Bombarierungen und staatliche Überwachung mit sich brachte und Besuch für diese Zeit relevanter Orte
- Besuch eines Museums über Rabindranath Tagore's, einem berühmten bengalischen Dichter, Kultur- und Sozialreformer, Unabhängigkeitskämpfer und Träger des Nobelpreises für Literatur
- Input zum antikolonialen Widerstand und der Unhabhängigkeitsbewegung in Britisch-Indien, sowie zur Gründung der Republik Indien
Übernachtung: Kolkata
- Fahrt entlang des Hooghly-Flusses in Richtung Norden
- Besuch ehemaliger nicht-britischer Kolonien: Serampore (dänisch), Chandannagar (französisch) and Chinsurah (niederländisch)
- Input zur Kolonialisierung des Subkontinents durch verschiedene westliche Mächte
Übernachtung: Kolkata
- Am Morgen besuchen wir in Kolkata die Ghats - Treppenzugänge zum Hooghly-Fluss, die für einen alltäglichen Zugang zum Wasser sowie für religiöse Zeremonien und zum Ent- und Beladen der Handelsschiffen gebaut wurden
- Zugfahrt nach Bishnupur, einer mittelalterlichen Stadt, die nach einem im 15. Jhd. erbauten Vishnu-Tempel benannt wurde und vorallem berühmt für ihre Terracottatempel ist (ca. 3,5 Stunden)
- Einführung in die Geschichte der Stadt, die zunächst von Mogulherrschern regiert wurde und dann im 16.-18. Jhd. ihre Blütezeit hatte, als die hinduistische Malla-Dynastie sie zu ihrer Hauptstadt machte
- Führung durch die ersten Terracottatempel und die Ruinen des königlichen Palastkomplexes
- Besuch einer exklusiven Gharana-Aufführung (traditionelle, bengalische Musik)
Übernachtung: Bishnupur
- Führung durch den Madan Mohan- und den Chinnamasta-Tempel
- Einführung in den Hindiusmus in Bengalen unter Berücksichtigung kolonialer und postkolonialer Perspektiven
- Besuch der letzten Familie der Dashavatar-Kartenmaler*innen, die die aussterbende Kunst des Spielkartenbemalens am Leben erhalten
- Am Abend, Besuch einer Baluchari Sari-Weberfamilie und Führung durch das Weberviertel: Gespräch über das Leben als Handwerker und die wirtschaftliche Situation in der Region
Übernachtung: Bishnupur
- Rückfahrt nach Kolkata (ca. 4-5 Stunden)
- Ankunft und Check-In ins Hotel
- Nachmittag und Abend zur freien Verfügung: Kolkata hat noch Vieles zu bieten
Übernachtung: Kolkata
- Stadttour durch den modernen Süden der Stadt
- Besuch eines Cafés, das von Mitgliedern der LGTBQ+ Community geführt wird und Gespräch mit den Betreiber*innen
- Besuch des Goethe-Instituts in Kolkata und Gespräch mit Mitarbeiter*innen über die Arbeit des Instituts in Kolkata und in Indien im Allgemeinen
- Gespräche mit Vertreter*innen politischer Parteien und/oder anderer Organisationen (wird noch bekannt gegeben)
Übernachtung: Kolkata
- Fahrt mit dem Zug nach Murshidabad (ca. 4 Stunden), das in vorkolonialer Zeit die Hauptstadt von Bengalen sowie der Sitz der Nawab von Bengalen und reicher Händler war
- Frühstück im Zug mit Street Food von Straßenverkäufer*innen
- Input zur Geschichte Bengals im 17. und 18. Jhd. und zur Niederlage und Unterordnung der muslimischen Nawabs gegenüber den Briten
- Besuch des Hazarduari-Palast (dt. der 'Palast der 1000-Türen'), der heute ein Muesum beherbergt und Einblicke in die Vergangenheit der bengalischen Herrscher bietet
- Erster kleiner Stadtspaziergang in der Nähe des Hotel
- Abendliche Flussfahrt
Übernachtung: Murshidabad
- Ausführliche Stadterkundung Murshidabads und der Umgebung: Führung zu mehreren Bauten aus der Zeit der Nawabs
- Einführung in die Religion des Jainismus
- Besuch eines Hotels, das von einer Organisation gegründet wurde, die sich für den Erhalt des kulturellen Erbes der Jain-Kultur einsetzt
- Gespräch mit einem Erben der Nawabs
- Freier Abend im Garten des Hotels am Fluss
Übernachtung: Murshidabad
- Zugfahrt nach Siliguri (ca. 7h)
- Transfer nach Darjeeling (ca. 3h)
Übernachtung: Darjeeling
- Führung durch eine Teeplantage und Gespräch mit Teepflücker*innen: Unter welchen Voraussetzungen vor Ort und innerhalb welcher internationaler Handelsbeziehungen wird Tee heute angebaut?
- Einführung in das koloniale Erbe des Teeanbaus in Darjeeling und Indien
- Spaziergang durch die ehemalige Sommerresidenz der britischen Eliten - Reflektion der Bedeutung des Teeanbaus innerhalb des kolonialen Handels
- Teeverkostung
Übernachtung: Darjeeling
- Input zum Buddhismus und dessen Wurzeln in Indien
- Besuch buddhistischer Tempel in Darjeeling
- Mittagessen in einem nepalesischen Restaurant und Thematisierung der historischen sowie aktuellen Beziehungen zwischen Nepal und Indien
- Nachmittag zur freien Verfügung - z.B. um durch die wunderschönen Bergwälder und Teeplantagen Darjeelings zu spazieren
- Reflexion und Evaluation der gemeinsamen Reiseerlebnisse
Übernachtung: Darjeeling
- Frühstück im Hotel
- Transfer zum Flughafen in Siliguri
- Ende der gemeinsamen Reise -
Für die Einreise nach Indien benötigen Staatsangehörige aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz (DACH-Länder) ein E-Visum oder ein Visum, das zuvor bei der indischen Botschaft beantragt wird. Es gibt KEIN Visum On-Arrival.
Zudem müssen ausländische Staatsangehörige vor der Einreise nach Indien ein digitales Einreiseformular (E-Arrival Card) ausfüllen; dies ist ab 72 Stunden vor Ankunft möglich.
Wann sollte das E-Visum beantragt werden?
- Spätestens: 4 Tage vor Einreise.
- Unser Tipp: Beantragung des Visums mindestens 2 Wochen vorher, um auf der sicheren Seite zu sein.
- Offizielle Antragsseite: Indian E-Visa Portal
Wichtige Einschränkung
Keine Einreise über den Landweg möglich: Mit einem E-Visum kann nur über bestimmte Flughäfen und Seehäfen nach Indien eingereist werden. Wer über eine Landgrenze einreisen möchte, muss vorher ein reguläres Visum bei der indischen Botschaft beantragen.
Weitere Hinweise
Unserer Erfahrung nach müssen beispielsweise Personen, die jornalistische Berufe ausüben, auch wenn sie als Tourist*innen das Land bereisen möchten, ein spezifisches Visum beantragen. Wir empfehlen sehr, den Visumsantrag möglichst frühzeitig zustellen, für den Fall dass dieser erstmal abgelehnt wird.







Reisehinweise Ende:
Die Alsharq Reise GmbH behält sich vor, die Reise bei zu geringer Teilnehmendenzahl abzusagen. Wir empfehlen daher, mit der Flugbuchung auf die endgültige Zusage der Reisedurchführung seitens Alsharq Reise GmbH zu warten.
Auf unseren Reisen gibt es gelegentlich Besuchs- und Programmpunkte, die nur zu Fuß oder mit sicherer physischer Mobilität zu erreichen sind. Solltest du in deiner Mobilität eingeschränkt sein, melde dich bitte bei uns, sodass wir gemeinsam eine Lösung finden können.




























