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Argentinien ist ein Land im Umbruch. Unter der Regierung Milei erlebt das Land aktuell tiefgreifende politische und wirtschaftliche Veränderungen, die für viele Menschen mit spürbaren Einschnitten im Alltag verbunden sind.
Gleichzeitig ist Argentinien ein Land mit einer vielschichtigen Geschichte von Migration, europäischen Einflüssen und globalen Verflechtungen. Besonders die Beziehungen zu Deutschland ziehen sich durch verschiedene Kapitel dieser Geschichte und wirken bis in die Gegenwart hinein.
Unsere Reise verbindet diese Perspektiven: Wir beschäftigen uns mit historischen Kontinuitäten und aktuellen Konflikten, etwa rund um Landrechte, Ressourcen und wirtschaftliche Interessen. Im Austausch mit lokalen Initiativen und Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern nähern wir uns den Lebensrealitäten vor Ort und fragen, welche Rolle internationale Akteure heute spielen.
Normalpreis
Ermäßigt
Content Left Column:
Einführung: Zwischen Migration und Verflechtung
Trotz großer geografischer Distanz ist Argentinien eng mit Europa und besonders mit Deutschland verflochten. Migration, koloniale Gewalt und globale Wirtschaftsinteressen prägen das Land ebenso wie die aktuellen politischen Umbrüche unter der Regierung Milei, die von drastischen Kürzungen, sozialer Not und neuen Konflikten um Ressourcen begleitet werden. Diese Reise führt von Buenos Aires bis nach Patagonien und folgt den Spuren deutscher Geschichte inmitten dieser Gegenwart.
Buenos Aires: Deutsche Spuren und Erinnerungskultur
In Buenos Aires gehen wir den Spuren deutscher Migration nach – von jüdischen Exilgeschichten über Fluchtlinien nach 1945 bis zu den sozialen und kulturellen Räumen, die sie bis heute geprägt haben. Zugleich setzen wir uns mit der Militärdiktatur auseinander und fragen, wie Erinnerungspolitik in einer Gesellschaft funktioniert, die sich mitten in einem wirtschaftlichen und politischen Schockzustand neu sortieren muss.
Patagonien: Landkonflikte und Ressourcenpolitik
In Patagonien begegnen wir Mapuche Gemeinschaften, die für ihre Landrechte kämpfen und sich gegen Frackingprojekte wie in Vaca Muerta wehren – ein Konflikt, in dem auch internationale Akteure, darunter deutsche Unternehmen, eine Rolle spielen. Wir sprechen über die sozialen Folgen der aktuellen Wirtschaftspolitik, über die Auswirkungen der Schocktherapie auf indigene Gemeinden und über die Frage, wie Ressourcenpolitik gestaltet wird, wenn staatliche Unterstützung wegbricht.
Content Right Column:
Koloniale Kontinuitäten im Süden
Wir beschäftigen uns mit der Geschichte europäischer Siedlerinnen und Siedler im Süden des Landes und fragen, wie eng die Entstehung von Nationalparks, der Tourismus und regionale Identitäten mit kolonialer Landnahme verknüpft sind. Dabei betrachten wir sowohl die historischen Narrative als auch ihre Bedeutung für gegenwärtige Debatten über Zugehörigkeit und Territorium.
Begegnungen und Perspektiven vor Ort
Gespräche mit lokalen Initiativen, Aktivistinnen, Historikern und politischen Bildungsträgern eröffnen uns vielfältige Perspektiven auf ein Land, das sich zwischen gesellschaftlicher Krise und kultureller Lebendigkeit neu positioniert. Dabei nehmen wir auch die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Argentinien und Deutschland in den Blick – von der Öl und Gasförderung in Vaca Muerta über Forstwirtschaft bis hin zum Tourismus in den Nationalparks. Vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftspolitik fragen wir, wie sich die Bedingungen für internationale Investitionen verändern und welche konkreten Auswirkungen dies auf die Lebensrealitäten vor Ort hat. Kulturelle Einblicke und gemeinsame Reflexionen verbinden diese Perspektiven miteinander.
Info Box:
Anmeldedeadline: 13.11.2026 (danach Anmeldungen nur noch auf Anfrage möglich)
Im reisepreis inbegriffen:
- 13 Übernachtungen in Mittelklassehotels
- Halbpension (Frühstück und abwechselnd Mittag- und Abendessen)
- Begleitung durch deutsch- und spanisch sprechende Reiseleitung
- Sämtliche Eintritte zu Museen und Sehenswürdigkeiten
- Transporte
- Wasser im Bus und bei den Mahlzeiten
Zusätzliche leistungen:
- An- und Abreise mit dem Flugzeug (kann über die Alsharq Reise GmbH gebucht werden)
- Reiseversicherungen (können über die Alsharq Reise GmbH gebucht werden)
- Persönliche Ausgaben für Souvenirs, alkoholische Getränke, etc.
- Trinkgelder und Gastgeschenke
Der Reiseverlauf:
- Individuelle Anreise und Check-in im Hotel bis 16 Uhr
- Begrüßungsrunde mit Vorstellung der Reiseleitung, der Gruppe und der thematischen Schwerpunkte (Migration, Kolonialismus, deutsch-argentinische Verflechtungen)
- Gemeinsames Abendessen zum ersten Kennenlernen
- Stadtführung zu Fuß, um einen ersten Überblick über die Stadt zu gewinnen
- Besuch einer traditionellen Folklore-Peña mit Musik und Tanz; Gespräche über kulturelle Identität mit Künstler*innen und Gästen
- Thematischer Rundgang zu deutschen Migrationsspuren: Jüdische Exilanten, NS-Fluchthelfer und die "Rattenlinie" (Stadtteile San Telmo und Montserrat)
- Besuch der ESMA-Gedenkstätte zur Erinnerung an die Militärdiktatur mit geführter Tour und Zeitzeugenbericht
- Abendlicher Besuch einer queeren Tango-Milonga (z.B. La Marshall) als Ausdruck von Diversität in der Migrationsgesellschaft
- Gespräch mit politischem Bildungsträger zur aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage Argentiniens und der Rolle Deutschlands
- Geführter Rundgang zur Geschichte der Afro-Argentinier*innen und weiteren Migrationsgeschichten in San Telmo und La Boca
- Gemeinsame Reflexionsrunde zu den ersten Eindrücken
- Ganztägiger Reisetag von Buenos Aires nach Neuquén
- Stopp in Santa Rosa in der Pampa mit gemeinsamem Asado-Mittagessen
- Thematischer Input mit lokalen Aktivist*innen zu Ölförderung (Vaca Muerta), Mapuche-Territorien und internationalen (deutschen) Investitionen
- Busfahrt nach Zapala; unterwegs Impuls zur Rolle der Eisenbahn und deutscher Ingenieure bei der "Erschließung" Patagoniens
- Besuch einer Mapuche-Organisation und Gespräch über aktuelle Landkonflikte, Fracking und die Rolle deutscher Firme
- Thematischer Input: Die Gründung der argentinischen Nationalparks als koloniales Projekt und die Rolle deutscher und schweizerischer Wissenschaftler
- Busfahrt über die malerische Ruta de los Siete Lagos
- Ankunft in Bariloche und Stadtrundgang auf den Spuren deutscher Architektur und Siedler*innen; Besuch des Museo de la Patagonia mit Quellenarbeit
Zeit zur freien Verfügung, um die atemberaubende Natur rund um Bariloche zu genießen (Wandern, See, Erholung)
- Exkursion in die Colonia Suiza mit Besichtigung historischer Gebäude und Gespräch zur Siedlungsgeschichte (Mythos vs. Realität)
- Besuch des Nationalpark-Zentrums Nahuel Huapi und kurze Wanderung; Input und Diskussion zum Konflikt zwischen Schutzgebiet und Vertreibung der Mapuche
- Reflexionsrunde: "Wem gehört die Landschaft?"
- Ganztägige, fachlich begleitete Busexkursion entlang der Ruta de los Siete Lagos
- Stopps mit thematischen Blöcken zu Forstwirtschaft, Tourismusentwicklung und Hinweisen auf Mapuche-Gemeinschaften entlang der Route
- Besuch einer Mapuche-Gemeinschaft in der Region Bariloche
- Gespräch mit Vertreter*innen über aktuelle Landkämpfe, Selbstverwaltung und das Verhältnis zur Siedlergeschichte
- Abschließende Zwischenreflexion in der Gruppe: Patagonien im Gesamtkontext der Reise
- Rückflug von Bariloche nach Buenos Aires
- Geführter Rundgang durch das jüdische Viertel Once mit Expert*innen; Besuch der Synagoge und Gespräch über Einwanderung, Verfolgung und Erinnerungskultur (u.a. AMIA-Anschlag)
- Freizeit für letzte Einkäufe und Erholung
- Abschlussreflexion im Kreis der Gruppe
- Gemeinsames Despedida-Abendessen mit kulinarischem Rückblick auf Argentinien
Die Reise endet nach dem Frühstück

Reisehinweise Ende:
Die Alsharq Reise GmbH behält sich vor, die Reise bei zu geringer Teilnehmendenzahl abzusagen. Wir empfehlen daher, mit der Flugbuchung auf die endgültige Zusage der Reisedurchführung seitens Alsharq zu warten. Bei Fragen schreibt uns bitte eine Email oder ruft uns an.




