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Diese Reise führt durch eine historisch und politisch eng verflochtene Region Südosteuropas. Griechenland und Nordmazedonien verbindet nicht nur die Antike, sondern insbesondere die gemeinsame osmanische Vergangenheit, deren Spuren bis heute sichtbar sind. Thessaloniki, als bedeutendes Zentrum Nordgriechenlands und Geburtsort Mustafa Kemal Atatürks, steht exemplarisch für diese Vielschichtigkeit.
Die Umbrüche des 20. Jahrhunderts, insbesondere der griechisch-türkische Krieg und der sogenannte „Bevölkerungsaustausch“, veränderten die Region nachhaltig und prägen ihre gesellschaftlichen und politischen Dynamiken bis heute. Auch die Erfahrungen von Besatzung und Shoa verbinden die Länder: Die nahezu vollständige Zerstörung der jüdischen Gemeinde Thessalonikis und das Gedenken daran, etwa im Holocaustmuseum in Skopje, sind zentrale Bezugspunkte der Reise.
Vor diesem Hintergrund verbindet das Programm historische Perspektiven mit aktuellen Themen wie Stadtentwicklung, Migration, Medien, Umwelt und gesellschaftlichem Wandel. Begegnungen mit Expert:innen, Initiativen und Studierenden vor Ort ermöglichen einen differenzierten Einblick und schaffen Raum für Austausch und Diskussion.
Normalpreis
Ermäßigt
Content Left Column:
Thessaloniki: Eine Stadt, viele Vergangenheiten
Thessaloniki ist eine Stadt, die sich nicht über eine einzige historische Erzählung erschließt. Gegründet im 4. Jahrhundert v. Chr., war sie Teil des makedonischen Reiches, eine bedeutende römische und spätantike Metropole, jahrhundertelang osmanisch geprägt und über lange Zeit eine mehrheitlich jüdische Stadt. Wer heute durch Thessaloniki geht, bewegt sich durch diese Schichten und begegnet zugleich der Frage, welche Geschichte sichtbar ist und welche ausgeblendet bleibt.
Antike im Stadtraum: Makedonien, Narrative und Stadtentwicklung
Die Antike ist in Thessaloniki kein fernes Kapitel. Der politische Streit um Alexander den Großen und Makedonien, der Griechenland und Nordmazedonien über Jahre hinweg beschäftigte, hat hier seinen historischen Ausgangspunkt.
Auch die Stadtentwicklung macht die Nähe zur Vergangenheit greifbar: Der Bau der Thessaloniki-Metro, die inzwischen in Betrieb ist, hat tausende archäologische Funde freigelegt und gezeigt, wie eng Infrastruktur, Geschichtsbewusstsein und politische Entscheidungen miteinander verwoben sind.
Was bedeutet es, wenn moderne Stadtplanung immer wieder an historische Grenzen stößt? Und wer entscheidet, welche Vergangenheit bewahrt, integriert oder übergangen wird?
Macht, Religion und Erinnerung: Vom Römischen Reich bis zum Nationalstaat
In der spätantiken und mittelalterlichen Zeit war Thessaloniki nach Konstantinopel die zweitwichtigste Stadt des Römischen (sogenannten byzantinischen) Reiches. Stadtmauern, Kirchen und die Zitadelle prägen das Stadtbild bis heute. Zugleich werfen sie Fragen auf: Welche Rolle spielt diese Epoche für das heutige griechische Selbstverständnis? Und wie wird sie erzählt?
Fast fünf Jahrhunderte osmanischer Herrschaft machten Thessaloniki zu einer multiethnischen und multireligiösen Metropole. Nach der Eingliederung in den griechischen Nationalstaat ab 1912 wurde dieses Erbe jedoch zunehmend zurückgedrängt. Der Bevölkerungsaustausch nach dem Ersten Weltkrieg, bei dem über eine Million Menschen ihre Heimat verlassen mussten, veränderte die Stadt grundlegend.
Jüdische Geschichte
Über Jahrhunderte galt Thessaloniki als „Jerusalem des Balkans“. Nach der Vertreibung der Juden aus Spanien 1492 fanden hier Zehntausende Zuflucht und prägten Wirtschaft, Kultur und Alltag der Stadt. Unter deutscher Besatzung wurde diese Gemeinschaft fast vollständig deportiert und ermordet.
Warum war diese Geschichte nach 1945 lange kaum präsent im öffentlichen Raum? Wie wird heute an sie erinnert – und was hat sich in den letzten Jahren verändert?
Content Right Column:
Geschichte als politische Frage der Gegenwart
Ein zentraler Schwerpunkt der Reise ist der Umgang mit Geschichte im heutigen Thessaloniki und in Griechenland. Gemeinsam mit Akteur:innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft diskutieren wir, wie Vergangenheit gedeutet, instrumentalisiert oder kritisch aufgearbeitet wird.
Dabei stellen wir Fragen wie:
- Wie prägen nationale Narrative das Stadtbild, Schulbücher und Gedenkpolitik?
- Wo verläuft die Grenze zwischen Stolz, Verdrängung und Verantwortung?
- Welche Rolle spielen Migration, soziale Ungleichheit und politische Polarisierung in aktuellen Debatten?
Auch die jüngere Geschichte ist präsent: 2015 war Thessaloniki ein wichtiger Transitort entlang der sogenannten Balkanroute – ein Erfahrungshintergrund, der bis heute politische Diskussionen prägt.
Nordmazedonien: Bitola und Skopje
Die Reise führt weiter nach Nordmazedonien mit Stationen in Bitola und Skopje. Wir werden den jahrelangen Streit zwischen beiden Ländern, bei der die Geschichte eine zentrale Rolle spielte, beleuchten. Wir werden uns mit dem aktuellen Stand der Beziehungen beschäftigen und einen vertieften Einblick in das ex-jugoslawische Nachbarland und die Nachbarregion im Norden Griechenlands erhalten.
Stadt der Gastronomie
Abgerundet wird die Reise durch die kulinarische Vielfalt, die Thessaloniki zu bieten hat. Die Stadt wird oft als gastronomische Hauptstadt des Landes bezeichnet und ist seit 2021 die erste griechische Stadt, die in das UNESCO-Netzwerk „Stadt der Gastronomie" aufgenommen wurde. Wir werden die lokalen Restaurants und Märkte erkunden und die geschmacklichen Besonderheiten der Region erleben.
Vorbereitungstreffen
Ergänzend zum Programm sind zudem zwei vorbereitende bzw. begleitende Nachmittage vorgesehen. Hier seid ihr eingeladen, euch mit ausgewählten Themen der Reise auseinanderzusetzen und diese in kurzen Präsentationen einzubringen.
Online-Nachmittag Teil I: 11.08., 13:00 - 16:00 Uhr
Online-Nachmittag Teil II: 12.08., 13:00 - 15:00 Uhr

Info Box:
Anreise per Bus, Bahn und Fähre möglich.
Anmeldung noch möglich bis zum 01.08.2026.
Der Preis sinkt ab 20 Teilnehmenden auf 1.900 €
Im reisepreis inbegriffen:
- 9 Übernachtungen im Hostel und Mittelklassehotel
- Halbpension
- Begleitung durch deutschsprachige Reiseleitung, sowie teils griechisch und englischsprachige Reiseleitung
- Sämtliche Eintritte zu Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten
- Öffentliche Verkehrsmittel und Busfahrten
Zusätzliche leistungen:
- An- und Abreise
- Reiserücktrittsversicherung
- Persönliche Ausgaben vor Ort (z.B. alkoholische Getränke)
- Trinkgelder für Hotels und Guides (empfohlen werden 50 € für Vollzahler und 30 € für Studierende)
Der Reiseverlauf:
Für diese Reise bieten wir euch eine An‑ und Abreisen mit Bus und Bahn an. Ihr habt die Wahl zwischen mehreren Routen, die euch bequem und überwiegend auf dem Landweg an euer Ziel bringen.
Wir übernehmen für euch Tickets, Reservierungen und die wichtigsten organisatorischen Schritte. Die An‑ und Abreise bucht ihr separat, sodass ihr flexibel entscheiden könnt, ob und wie ihr unsere Angebote nutzt. Alle Routen sind so geplant, dass ihr spätestens am Montag, 28.09.2026 in Thessaloniki ankommt und ab dem 07.10.2026 von Skopje aus wieder gut nach Hause kommt. Die genauen Verläufe findet ihr in der Reiseroute.
ANREISE NACH THESSALONIKI
Route 1 über Bukarest
Die klimafreundlichste und kostengünstigste Route kommt ohne Fähre aus. Mit einer der längsten Nachtzugverbindungen Europas geht es von Wien durch Ungarn bis in die rumänische Hauptstadt Bukarest. Dort bleibt Zeit für einen Spaziergang und einen Abend, bevor es am nächsten Tag weiter nach Sofia geht. Nach einem weiteren Stopp in Sofia bringt euch schließlich ein Direktbus nach Thessaloniki.
- Highlights dieser Route: lange Zugfahrten, besonders klimafreundlich, Bukarest als oft unterschätzte Stadt, abwechslungsreiche Landschaften Rumäniens
- Abfahrt in Wien: Freitag, 25.09.2026 abends
- Ankunft in Thessaloniki: Montag, 28.09.2026 mittags
ABREISE VON SKOPJE
Route 1 über Bukarest
Auch für die Rückfahrt ist die Streckenführung über Bulgarien und Rumänien möglich. Dabei bringt euch eine ca. 4-stündige Busfahrt nach Sofia, und dort am Folgetag eine Tagzugfahrt nach Bukarest. Von dort gehts mit einem der längsten Nachtzüge Europas quer durch Rumänien und Ungarn nach Wien.
- Highlights dieser Route: lange Zugfahrten, besonders klimafreundlich, Bukarest als oft unterschätzte Stadt, eine Tagzugfahrt quer durch Bulgarien und Rumänien, sehr entspanntes Ankommen in Wien vorprogrammiert
- Abfahrt in Skopje: Mittwoch, 07.10.2026 morgens
- Ankunft in Wien: Samstag, 10.10.2026 vormittags
Route 2 über Belgrad
Wer direkt Richtung Westen starten möchte, kann auch über Serbien die Rückreise gen Wien und später weiter nach Deutschland antreten. Dabei gibts einen Stopp in Belgrad, wo ihr von Skopje aus mit einem Nachtzug ankommt. Eineinhalb Tage könnt ihr die serbische Hauptstadt erkunden und eure Reise Revue passieren lassen. Dann gehts weiter mit kurzen Umsteigestopps an der Grenze und in Budapest nach Wien.
Wer möchte, kann auch eine Zusatzübernachtung in Budapest buchen und sich diese Stadt direkt an der Donau genauer ansehen - es zahlt sich aus!
- Highlights dieser Route: noch ein Zusatztag in Skopje, längere Tagzugfahrten durch Serbien und Ungarn, Stadterkundungen im aufregenden und sich stets weiterentwickelnden Belgrad, wer mag: noch eine Bonusstadt, die viel zu bieten hat: Budapest
- Abfahrt in Skopje: Mittwoch, 07.10.2026 spätabends
- Ankunft in Wien: Freitag, 09.10.2026 spätabends
(Wer noch eine Zusatznacht in Budapest einplant: Samstag, 10.10.2026)
Preise Anreise auf dem Landweg
Route 1: 335 € pro Richtung Wien–Thessaloniki
(inkl. aller Tickets & Reservierungen, Liegewagen im Zug, 2 Hotelübernachtungen im HZZ inkl. Frühstück in Bukarest und Sofia)
Preise Abreise auf dem Landweg
Route 1: 315 € pro Richtung Skopje-Wien
(inkl. aller Tickets & Reservierungen, Liegewagen im Zug, 2 Hotelübernachtungen im HZZ inkl. Frühstück in Bukarest und Sofia)
Route 2: 235 € pro Richtung Skopje-Wien
(inkl. aller Tickets & Reservierungen, Liegewagen im Zug, 1 Hotelübernachtung in Belgrad inkl. Frühstück im HZZ)
- Offizieller Reisebeginn um 16 Uhr im Hotel: kurze Vorstellungsrunde und Einführung in das Programm
- Einführung und anschließende Stadtführung Dr. René Wildangel
- Gemeinsames Abendessen im traditionellen Meze-Restaurant
- Gespräch mit Direktor und Mitarbeiter:innen der Heinrich-Böll-Stiftung zur politisch‑wirtschaftlich‑sozialen Lage in (Nord-)Griechenland
- Treffen mit dem ehemaligen Vize-Bürgermeister, „Thessaloniki ya olous“: Stadtentwicklung, Tourismus, europäische Dimension
- Komplexes Großprojekt: Der Bau der Metro in Thessaloniki – Stadtentwicklung, Archäologie und Infrastruktur
- Stadtführung zur jüdischen Geschichte und Erinnerungskultur
- Flucht und Migration in Thessaloniki: Besuch in einem Zentrum, Einblicke in Alltag und Unterstützungsstrukturen
- Treffen mit Vertreter:innen der alternativen Mediengruppe „Alterthess“ (Medienlandschaft, Medienfreiheit, Lokaljournalismus)
- Gespräch mit Kulturschaffenden
- Stadttour „Sensual Thessaloniki“ (Sex work, Queerness, urbane Räume und Marginalisierung)
- 08:45 Uhr Abfahrt nach Vergina
- Die Königsgräber von Vergina, Führung (Geschichte Makedoniens, Archäologie, Erinnerungspolitik)
- Kurzer Spaziergang durch Verias Altstadt (inkl. Besuch der Synagoge – jüdisches Erbe der Region)
- Besuch von BIBON – Einführung in Weinbau, Landwirtschaft und regionale Entwicklung
- Führung und Gespräch zu Weinanbau & Landwirtschaft mit anschließendem Abendessen
- Optional: Besuch der Frühmesse
- Besuch der Seismologischen Station der Aristoteles-Universität Thessaloniki: Führung durch Messgeräte, Einführung in Erdbebenforschung und seismisch aktive Zonen des Balkans
- Gespräch an der Theologischen Fakultät der Aristoteles-Universität zu „Orthodoxe Kirche und Gesellschaft in Griechenland“
- Austausch mit Studierenden der Aristoteles-Universität beim Mittagessen: Gespräche mit Studierenden verschiedener Fachrichtungen (z.B. Politikwissenschaft, Geologie, Sozialwissenschaften, Medizin, etc.)
- Freier Nachmittag
- Optional: Kochkurs mit Smaragda Makris
- Zwischenevaluation in der Gruppe (bisherige Eindrücke, offene Fragen)
- Fahrt nach Kozani
- Besuch der (ehemaligen) Kohleabbauregion und grüner Innovationsprojekte: Gespräch zum Strukturwandel in Westmakedonien. Thema: Weg von der Kohle-Region hin zu erneuerbaren Energien und Auswirkungen auf Stadt, Region und Bevölkerung
- Mittagessen in Kozani
- Kleine Wanderung in der Umgebung (Landschaftswandel, Perspektiven der Region)
- Rückfahrt nach Thessaloniki
- Abend zur freien Verfügung
- Abfahrt nach Nordmazedonien
- Naturschutz in Nordmazedonien: Vortrag und kleine Wanderung im Pelister-Nationalpark (Ökosysteme, Schutzgebiete, Tourismus)
- Kurzer Spaziergang durch Bitola (osmanisches Erbe, multiethnische Vergangenheit, Architektur) und frühes Abendessen
- Weiterfahrt nach Skopje
- Check-in Hotel Skopje
- Einführung & Stadttour zur Architektur („Skopje 2014“): Nation Branding, Denkmäler, Stadtumbau als Geschichtspolitik
- Lunch mit Vortrag der Ebert-Stiftung: Ethnische und religiöse Vielfalt in Nordmazedonien (Mazedonier:innen, Albaner:innen, weitere Minderheiten, politische Spannungen)
- Besuch des Holocaustmuseums: Geschichte der jüdischen Gemeinde in Skopje und regionale Bezüge
- Deutsche Botschaft: Treffen zur politischen Lage in Nordmazedonien und den Beziehungen zu Griechenland und der EU
- Besuch der Universität in Skopje: Treffen mit verschiedenen Fakultäten und Studierenden (z.B. Politikwissenschaft, Naturwissenschaften, Technik) zu Themen wie EU-Perspektive, „Brain Drain“, Jugend und Politik
- Abschlussfeedback in der Gruppe (Reflexion der Reise, offene Fragen, Transfer in Studium/Engagement)
- Abschlussdinner in Skopje
- Offizielles Ende nach dem Frühstück
- Rückreise von Skopje


Call to Action Title:
Reisehinweise Ende:
Die Alsharq Reise GmbH behält sich vor, die Reise bei zu geringer Teilnehmendenzahl abzusagen. Wir empfehlen daher, mit der Buchung der An- und Abreise auf die endgültige Zusage der Reisedurchführung seitens Alsharq Reise GmbH zu warten.
Auf unseren Reisen gibt es gelegentlich Besuchs- und Programmpunkte, die nur zu Fuß oder mit sicherer physischer Mobilität zu erreichen sind. Solltest du in deiner Mobilität eingeschränkt sein, melde dich bitte bei uns, sodass wir gemeinsam eine Lösung finden können.
























